ordentliche Kündigung                                 außerordentliche ("fristlose") Kündigung

auf Grund           
- verhaltensbedingter    Gründe
- personenbedingter
- betrieblicher               

Kündigung eines Arbeitsverhältnisses in einem Kleinbetrieb aus "betrieblichen Gründen"                                                        Rieger-Info/RI

                                                                                                                                                                     

Vor einer Kündigung hat der Arbeitgeber insbesondere zu beachten:

* Sind die Kündigungsfristen eingehalten (s. vor allem § 622 BGB; ggf. auch Tarifverträge) ?
* Ist die Kündigung nicht etwa willkürlich ? (Daran müßte man z.B. denken, wenn Arbeitgeber den Mitarbeiter X kündigt, um gleich danach
   oder vielleicht sogar gleichzeitig oder kurz vorher den neuen Mitarbeiter Y einzustellen, falls Y den gleich "Job" wie X machen soll, und dies
   bei gleicher Qualifikation/Erfahrung).
* speziell bei einer "betrieblichen Kündigung": Greift das "Kündigungsschutzgesetz" ?

Wenn ja, ist die Kündigung unwirksam, wenn sie "sozial ungerechtfertigt" ist, wenn also der Arbeitgeber nicht die "Sozialauswahl" beachtet hat. Das heißt im Klartext: Der betroffene Arbeitnehmer kann, ja muß ggf. letztlich sinngemäß so kommen: "Warum der (die) nicht , sondern ausgerechnet ich ?"
                                                                                                                                                                                                    RI
Wann greift das Kündigungsschutzgesetz ?

a) Der Betrieb hat mehr als 10 Arbeitnehmer   und
b) der (gekündigte) Mitarbeiter ist mehr als sechs Monate im Betrieb beschäftigt.

So funktioniert die "Sozialauswahl":
Bei der Sozialauswahl werden vier Kriterien berücksichtigt: Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, , Unterhaltspflichten etwa für Kinder und eine Behinderung.

Fall einer Kündigung aus (dringenden) betrieblichen Gründen, kurz "Betriebsbedingte Kündigung":                                Rieger-Info/RI
Entläßt der Arbeitgeber Müller (Taxiunternehmer) seinen Fahrer Ströbele -
* Fußnote *(Namen sind frei erfunden)***** nach 11 Jahren Tätigkeit bei ihm, seine anderen 12 Fahrer aber nicht, dann sollte Ströbele auf jeden Fall prüfen:

- Vorprüfung: Ist die Kündigung als solche vielleicht willkürlich ? Also: Wird Ströbele nur gekündigt, um z.B. gleich wieder einen "Neuen" einzustellen ? Wenn Nein: Greift die Sozialauswahl überhaupt ein (das ist nicht der Fall, wenn das Arbeitsverhältnis von Ströbnele bei Müller noch nicht 6 Monate lang (ohne Unterbrechung !) bestanden hat !).

- zur Sozialauswahl (Als Schwerpunkt einer Kündigungsschutzklage):
Es gibt keine gesetzlichen Regeln, wie bzw. in welcher Gewichtung die genannten vier Kriterien
zu berücksichtigen sind.
Allgemein gilt, daß die Gewichtung der vier Kriterien ausgewogen sein muß, auch das Verhältnismäßigkeitsprinzip darf natürlich nicht unterschätzt werden.
Dabei kann aber der Arbeitgeber für jedes der vier Kriterien von vornherein eine bestimmte Punktzahl festlegen. Dieses Punkteschema kann er aber nicht vor jeder (geplanten) Entlassung nach Belieben wieder ändern.

Zum obigen Beispiel: Ist also Ströbele 59 Jahre alt und 3 minderjährigen Kindern unterhaltspflichtig, sein bei Müller ebenfalls beschäftigter Kollege Dreyer (27 Jahre alt, wie Ströbele ohne Behinderung), der ebenfalls 3 minderjärigen und einem (weiteren) volljährigen Kind unterhaltspflichtg ist, aber erst gut 2 Jahre beim Unternehmen arbeitet, dann hat Ströbele für eine Kündigungsschutzkage an sich sehr gute Karten:                                                                                                                                       RI
Gegenüber dem großen Altersunterschied (je älter, desto geringere Chancen am Arbeitsmarkt, also schutzwürdiger !) und der viel längeren Beschäftigungszeit des Ströbele gegenüber Dreyer dürfte der Fakt, daß Dreyer vier Unterhaltspflichten zu erfüllen hat, kaum ins Gewicht fallen.
Dies gilt zumal dann, wenn die Frau des Dreyer etwa noch gut (dazu-)verdient, während der Monatsverdienst von Ströbeles Ehefrau vergleichsweise weit darunter liegt.

Besonderer Kündigungsschutz für bestimmte Personengruppen (Achtung: Dies ist ein Unter-Punkt !!)                                     RI

Besonderen Kündigungsschutz genießen unter anderem folgende Arbeitnehmer:

- Schwerbehinderte (hier ist vor einer Kündigung z.B. grundsätzlich das "Integrationsamt" zu beteiligen)
- Schwangere
- Betriebs- und Personalräte, Jugendvertretung

aber auch Beschäftigte, die in Ihrem/r Haus/Wohnung nahe Angehörige pflegen.

Auszubildende können in der Probezeit in der Regel noch relativ einfach gekündigt werden, danach aber grundsätzlich nicht mehr.


Gegenüber einer außerordentlichen Kündigung ("fristlose Kündigung" im Sprachgebrauch) greifen die oben genannten Schutzgesetze in aller Regel aber nicht!